»Lehrjahre sind keine Herrenjahre«

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diesen großelterlichen und obendrein demotivierenden Spruch möchte ich hiermit in die Verbannung schicken. Sagt ihn nicht mehr!

Das ganze Leben besteht aus Lernen. Aus Erforschen. Erfolge und Ohrfeigen einstreichen. Knie aufschlagen und Pflaster drauf kleben. Falsch abbiegen und neuorientieren. Ob du dich währenddessen herrisch oder wie ein Knecht fühlst ist unrelevant.

Herr sein. Wann soll das überhaupt eintreten? Wenn man allwissend ist? Wenn man sich von niemandem mehr was sagen lässt? Und überhaupt: Ich stelle mir Herrenjahre ziemlich öde vor. Smoothies trinken, während leicht bekleidete Knechte, mit Federbüscheln, kühle Luft an das, vor Langeweile und Südseesonne, faltig und rot gewordene Gesicht wedeln. Pah!

Das hält man nicht lange aus. Irgendwann schrumpelt das Gehirn von zu viel Sonne und zu viel „Herrlichkeit“.

Es ist ein deutsches Phänomen, Arbeit irgendwie geil zu finden. Aber es ist ein menschliches Phänomen, ohne Arbeit mürbe zu werden. Gar nicht selten weiß ein Rentner, nur 2 Jahre nach seiner betrieblichen Verabschiedung, nicht einmal mehr wie man sich selber den Po saubermacht.

Ohne Beschäftigung erlahmt nicht nur der Körper, sondern auch der Geist. Lieber eine immergleiche Handbewegung am Fließband, als die immergleichen Sendungen im Nachmittags-Dummwerde-Fernsehen.

Und um nochmal auf die Herrenjahre zu kommen. Die hat man erreicht wenn man sich erlaubt, dass zum Beruf zu machen was man liebt. Die so genannte Berufung. Oder wie Immanuel Kant sagte: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“

Aber …

Laut Spiegel ist jeder zweite Deutsche unzufrieden mit seinem Job. Das finde ich deprimierend. Genug Leute in meinem Bekanntenkreis rudern in „Wir-warten-aufs-Wochenende-Jobs“. Scheinbar blind geworden, für die zu Hobbys deklarierten Leidenschaften und Talente. Dafür ist nurnoch an einem Abend in der Woche Platz. Der Job ist ein fettes Schwein, das der Leidenschaft den Platz auf der Couch wegnimmt!

Viele sind zu ängstlich, um zu wagen was Spaß machen könnte & obendrein noch wirtschaftlich. Aber es ist doch dumm zu glauben, dass niemand außer Dir von deiner Leidenschaft begeistert sein wird.

Hey Leute „BUBBLETEA????!!!“ – Wer hätte gedacht, dass es einen Hype, für ein zuckrig, blubbriges Teegetränk geben wird? Hunderte Bubble-Tea-Shops und süßlich-schaurige Sorten sind wie Pilze aus dem Boden gewachsen. Nur weil irgendein Supervogel sein Gebräu zum Geschäft gemacht hat!

Also wirklich, wir sollten uns nicht so anstellen. Uns lieber selbst zum Angestellten unserer „Traum-fabrik“ machen. Mache Schockolade mit Sonnenblumengeschmack, nähe Mode die dir selber gefällt, mache Kunst, mach dich schmutzig. Nur sei endlich Du selber!

Denn es ist egal ob du dich herrisch oder wie ein Knecht fühlst, in erster Linie solltest du dich lebendig fühlen.

Gruß

Rebekka

 

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