Die stinkende Schatzkiste.

Ich habe eine Schatzkiste gefunden. Fast so wie man es aus der Zeitung kennt: „Rentnerin findet 500.000 DM auf dem Dachboden.“ In meinem Fall war es ein Keller und ich noch nicht ganz im Ruhestand. Aber ich sagte ja fast wie in der Zeitung.

Diese Schatzkiste liegt nun vor mir. Eine Geldkasette. Sie klimpert und raschelt wenn ich sie in meinen Händen hin und her bewege. Grün und modrig riecht sie. Aber Geld verschimmelt ja nicht.

Ich sehe mir ein Youtube-Tutorial von einem Kleinkriminellen an, der die Spardose seiner Schwester knackt. Denn natürlich habe ich keinen Schlüssel für die Schatzkiste. Mein Vormieter muss sie vergessen haben. Doch jetzt gehört sie mir.

Schraubenzieher, Taschenmesser, Büroklammer und Marakujasaftschorle stehen bereit. Ich stoppe Littlecriminal96 bei 2 Minuten und 11 Sekunden. Im Bildausschnitt sieht man genau wie man die Geldkasette öffnet. Ganz egal wo man sie gefunden hat.

Was geht jetzt durch meinen Kopf? In 5 Minuten kann ich meine Sachen packen und mit dem ganzen Bargeld nach Brasilien auswandern. Ja – sowas in der Art. Oder mir Schmuck kaufen. Ja, sowas in der Art. Oder mir endlich meine Brüste an meine Intelligenz anpassen lassen. JaWollja! Büroklammer hinein, leicht nach oben ziehen und dann mit dem Schraubenzieher aufmachen. Klappt nicht – nochmal. Büroklammer hinein, leicht nach oben ziehen und dann mit dem Schraubenzieher aufmachen. Klappt nicht – nochmal. Büroklammer hinein, leicht nach oben ziehen und dann mit dem Schraubenzieher. Verflixte Scheißdreckskackkasette!

Ich hebel drauf los als würde es kein Morgen geben. Gewalt ist meine neue Büroklammer. Leck mich dich der Kriminellencodex, Spurensicherung, Scheißjustiz. In 12 Stunden bin ich sowieso weg! Ich schlage auf die Schatzkiste ein. Und tatsächlich – ein kleines Loch tut sich im rostigen Boden auf. Krass. Durch einen kleinen Spalt kann ich eindeutig einen Geldschein erkennen! Honduras? Phillipinen?

Ach was, ich werd mir eine Reitgestüt in Afghanistan zulegen, mir den Frieden dort kaufen und Diamanten essen! Hahaha!

– Erstaunlich, was Geld mit mir macht. Es muss noch nicht mal richtig vorhanden sein. –

Geld bin ich einfach nicht gewohnt. Das ist wie bei halb verhungerten Menschen, die krank werden wenn sie dann wieder was essen, weil ihre Organe das nicht mehr vertragen.

Ist jetzt bisschen hochgestochen, aber ich merk schon jetzt, dass das Geld in der Kiste einen gewissen Einfluss auf mich hat: FuckscheißdreckshurenKiste! Gib mir dofort mein Geld oder ich häng dich an den Beinen auf und meine Mafiosibodygards schneiden dir die Gedärme raus und verfüttern sie an meine Irischen Windhunde mit Stammbaum.
Die Schatzkiste ist offen. Ich sagte ja: fast wie in der Zeitung.

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