Arbeiten, konsumieren und klarkommen.

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Arbeite, konsumiere, arbeite, konsumiere, arbeite, konsumiere…

Tag für Tag für Tag für Tag, versuche ich den Tag rumzukriegen. Glotze auf den Bildschirm, funktioniere bis meine Birne glüht.
Das ist ja furchtbar. 20 Jahre auf der Erde und schon so ein Rad ab? Kann doch nicht sein oder?
Unfassbar wie leicht ich anfange, wie eine Schichtarbeiterin, in einer Dosenwurstfabrik zu denken.

Komm hau ab! Gewinn Abstand denke ich mir. Hör auf, altkluge Ratschläge an Andere zu verteilen und fang an, dich selbst zu beratschlagen.
Aber so leicht ist das gar nicht…

Bittet mich eine Freundin um Rat, weil sie beispielsweise Liebes-/Drogen-/Familien- oder Figurprobleme hat, fällt es mir leicht wie ein gönnender Richter über die Situation zu urteilen. Dann packe ich aus: Tipps & Tricks, aus meinem erfahrungsprallen Fundus. Wie ein Scheich der eine Wissens-quelle in der Wüste anbohrt.
Doch sobald ich selber an Schwierigkeiten in meinem Leben gelange, backe ich Pustekuchen. Ich bin ratlos.
Wieso also ist es so leicht Ratschläge zu verteilen wenn man überhaupt keine Ahnung von einem Thema hat?
Ja und wieso hört man nicht gleich selber, bei seinen bedeutungsschwangeren Reden zu und lernt fürs nächste eigene Down?

Vielleicht muss das ja so sein. Sonst wären wir Kommunikationstechnisch ja auch völlig unabhängig. Wenn jeder wüsste wie er mit einem schweren Herzen, einer Nasenwarze oder seinen X-Beinen umzugehen hat, dann hätten wir keinen Bedarf an Austausch, Offenheit, Beziehungen.
Ich finde es zwar Scheiße, (Pardon!) wenn man seinen ganzen Mist immer vor der besten Freundin auskippt, aber andererseits muss es einfach sein. Man sollte das eigentlich noch viel öfter machen. Dieses ganze „Lieber-den-Schein-waren“ ist doch eh ein Freundschaftskiller.
Jeder ist der Meinung man darf nichts beanstanden, denn Andere tun es ja auch nicht. Ich bin der Meinung man sollte ehrlicher sein!

Stell dir vor, man würde ein Mikrophon auf den Markplatz stellen, durch das man nur die Wahrheit sprechen kann. Jeder deiner Bekannten tritt an das Mikro heran, und plaudert eine schmutzige Wahrheit über sich aus. Das wäre im ersten Moment furchtbar. Peinlich, eklig, brutal. Tatsache ist aber, dass es von jedem kommt. Und somit wäre letzendlich viel mehr Freundschaft da als zuvor. Fakt ist doch, dass wir alle eingeschüchtert sind von unseren „perfekten“ Mitmenschen. Alle hübsch und gesund und lustig und intelligent und scheißfreundlich aufeinmal.
Hinter die scheißfreundliche Fassade geschaut, hat jeder mindestens eine verfaulte Ratte unterm Sofa. Faule Ratten sind so etwas wie: „probleme die jeder hat aber keiner zugibt“. Jeder der in einem Raum kommt in dem es nach toter Ratte riecht denkt sich: „Was verdammt noch mal ist hier faul?“ Sobald dann jemand den Rattenkadaver auf den Mahagonitisch packt, ekelt sich jeder, dann weis man bescheid, kann das Ding entsorgen, und endlich klar denken.
Ich glaube sogar, dass je schöner die Fassade ist, desto mehr Ratten liegen irgentwo rum. Aber dass ist wieder ein anderes Thema.

Nun bin ich also abgeschweift. Wollte ja eigentlich nur ein bisschen im Selbstmitleid rumplantschen. Aber das hab ich eigentlich nicht nötig. Zeit fürs Wochenende. Freunde treffen und ein bisschen auspacken.

gruß

rebekka.

P.S: Wer etwas von meinen Problemen wissen möchte, dem biete ich einen Tausch an: Für jeden Kommentar mit einer ehrlichen(Bisher verborgenen) Makke, gibt es eine von mir…Und da gibts einige (: Freu mich drauf.

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