Un-rentner.

alte_seniora R.L ©

Wie muss man sein Leben gestalten damit man in späteren Jahren nicht zum Un-rentner wird?
Unrentner sind Unomis und Unopis die mit Griesgramgesichtern den Gehsteig blockieren, Altnazis mit Hakennasen oder Hexenfurchen die kleine Kinder ängstigen oder fluchende Altersschwäche auf zwei Beinen an der Supermarktkasse, die Schnaps und nochmehrSchnaps klauen, drängeln, fluchen, husten,schimpfen, und nie verschwinden.
Versteht mich nicht falsch! Ich mag alte Menschen. Ich rede gerne mit alten Menschen. Ich habe einen als Oma und die ist meine beste Freundin!
Aber: es gibt anscheinend zwei Wege alt zu werden. Den Gutzi-in-der-Handtasche-Weg oder den Grießgram-Weg. Wenn mich beim Bäcker ein Rentner mit seinem Gehstock zur Seite prügelt, weil ich ein Mädchen bin oder zu Jung oder einfach nur im Weg, dann würde ich am liebsten ganz nah ans Hörgerätmikro herantreten und brüllen: „Warum in Gottesnamen können sie sich nicht wie ein lieber Märchenvorleseopa benehmen? Ich war vor Ihnen hier und habe noch mehr Brötchen in meinem Leben zu besorgen als Sie, die paar Sekunden können Ihnen doch jetzt auch am Protesenarm vorbeigehen!!“

Das klingt sogar beim Schreiben schäbig und ich würde warscheinlich mit Kopfschütteln bekuckt werden wenn ich das wirklich durchziehen würde. Aber sind wir mal ehrlich! Wir kennen alle mindestens eine Super-oma oder Opa der sich nicht benimmt wie Altlasten. Warum also diese gruseligen Ausnahmen, die mir Angst vor dem Altwerden bereiten? Eine wunderbare Frau, die ich im Zug kennengelernt habe, sagte mal zu mir: „man ist erst dann alt wenn man sich die Kritik der Jugend nicht mehr anhört“. In diesem Moment hätte ich gerne Ihre furchige Backe geküsst oder Ihr ein High-five gegeben. Denn das hätte sie gewiss draufgehabt, trotz Ihrer alten Hülle. Drinnen jung bleiben, ist also das Geheimnis. Und das gilt nicht nur für Ü60-er. Wer aufhört Kind/Jugedlich/Rebell/Pionier/Haudrauf/Schönheit/Denker/Zuhörer/usw. zu sein und stattdessen seinen Geist dem Schrumpelhintern anpasst, dessen Leben wird so spannend wie das Fernsehprogramm das man sich dann ansieht. All die Parkbankrentner waren irgentwann mal so wie die kaputte Jugend die sie jetzt so verabscheuen. Nur ist diese Gleichheit wohl irgentwo zwischen Langeweile und Demenz verlorengegangen (bei manchen). Toll wenn man mehr Verantwortung, mehr Erfahrung, mehr Wissen und mehr Orte bereist hat. Dumm nur wenn man dabei vergisst ob sein Herz noch schlägt, für irgenteine Sache davon. Alter ist kein Vortschritt wenn man mehr Dinge verliert als gewinnt!

Liebe Menschen, ihr könntet alle so wunderbare Omas und Opas sein! Vergesst mal eure kaputten Augen, eure kaputten Rücken, eure kaputten Nieren und die kaputte Jugend und erinnert euch an die Träume, die Liebe und die Wünsche aus alten Zeiten. Denn die können eigentlich nicht veralten. Ich helfe euch gerne die Taschen heimtragen, halte euch die Tür auf und stehe von meinem Sitzplatz auf, aber nur wenn Ihr das gleiche auch für mich tun würdet, innendrinn.

lieben Gruß.

rebekka.

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