Geschichten die ein Mittwochabend & der Zufall schreibt.

Dieser Alltag: Schule, Arbeit, Wochenende, Freunde sehen, Familie hallo sagen, und wieder müde in die nächste Woche. Was daran toll ist?
Das man irgentwann keine Lust mehr darauf hat!
Deshalb kam bestimmt auch die spontane Idee in meiner Wg auf, an einem Mittwochabend, ein Bier trinken zu gehen.
Ein Glücksfall, denn kaum waren wir 100 Meter gelaufen war uns auch schon viel zu kalt. Und es verschlug uns in die nächstoffene Tür. „Ein bisschen faul sind wir schon,“ dachte ich mir. Aber ich wurde positiv überrascht. Es hatte uns in eine Mischung aus Bar und Theater verschlagen, in der zwar Wein statt Bier getrunken wurde, aber das war uns dann auch egal, da es einen wirklich sehr gemütlichen (und vorallem warmen) Eindruck machte.  Der Raum war voll,  alle hatten wohl an einem Mittwochabend vergessen das es Mittwochabend war.“Jazz session“ war der Grund der Leute, warum sie die Glotze und die Couch sausen liesen. Auch wenn wir zu den jüngsten Besuchern zählten, wurden wir freundlich in den Kreis der Genießer aufgenommen. Und bekamen sogar ein Ausnahmebier.

Das Publikum war wie ein Menschencoctail: Von Student bis Rentner,  Bankkauffrau bis Althippie, und dazu alle ein bisschen alternativ, fand sich hier alles wieder. Jeden dieser Leute hätte ich tagsüber brav am Schreibtisch oder hinter dem Beratungsschalter treffen können, aber hier waren  sie Nachtschwärmer, Freigeister und, ..ja Menschen. Hier tummelte sich jung und alt, alt und neu, spießig und verrückt.Und eben auch wir.

Unter einer „Session“ versteht man eine wechselnde Besetzung auf der Bühne. Und das heißt das im Grunde jeder Depp mitspielen darf. Die Grundmusiker, alles alte Herren die sich ziemlich super finden, blieben gleich und spielten schönen spontanen Jazz. Die Gastmusiker, die immer wieder mit hochrotem Rotweinkopf und zitternden Lippen auf die Bühne hüpften, entspringen dem Publikum, und bringen den eigentlichen Spaß der Sache. Nieentdeckte, verborgene Gesangs- oder Rasseltalente kommen zum Vorschein. Die Ehre gibt sich Thorsten, Helena und Agathe von Nebenan. Alle haben sich rausgeputzt und sind tierisch aufgeregt. Stolpern klappsig oder aber stolz wie Löwen auf die Bühne. Manchmal schief manchmal schön, was dabei herauskommt. Doch egal wie albern es klingt. Es wirkt schön und jeder erntet mächtigen Applaus.

Alles ist ungezwungen, komisch und ich nach einer Weile auch ein bisschen angeheitert. Ab und an feuert eine, von außen sehr gewöhnlich erscheinende, Hausfrau die Gesangsüberraschung des Jahrhunderts aus dem Brustkorb. Es ist der Wahnsinn was diese Bar aus den Leuten macht, denn ich glaube genau sie ist es, die den Frauen und Männern hier so Mut macht. Ich schließe ab und zu die Augen, denn es ist so schön, wie unperfekt etwas sein kann und mich trotzdem berührt. Kein Kinofilm bringt mich zum heulen. Aber wenn Agatha von Nebenan „sunny“ singt,  werden meine Augen feucht.

Im Laufe des Abends sind zwei Trommeln von der Bühne gefallen, ich habe etwas von meinem Bier verschüttet, Ein Mikroständer fiel zu Boden und riss beihnache das Saxophon mit sich. Der Trommler stieg euphorisch auf einen Tisch und gab von dort oben ein Solo, der Saxophonist forderte mal schwäbisch mal englisch das Publikum zum Klatschen auf, eine Frau tanzte wie eine Indianerin vor der Bühne, ein riesiger Kerl bubbelte 10 Minuten „schubiduabs“ ins Mikro und ich musste kurz beim Kellnern einspringen…. Und das alles machte es, wie soll ich sagen, perfekt!

Was ich aus dem Abend gelernt habe? Eigentlich garnix,  aber ich gehe nächsten Mittwoch wieder auf ein Bier aus, denn es ist schön aus dem Alltag auszubrechen! Prost!

Gruß

Rebekka

P.S: ich möchte kein Geheimnis aus der Bar machen, wer wissen will wo sie ist der sollte bald nochmal in meinen Blog schauen. Denn wer hätte es gedacht? Auch Julia&Rebekka werden dort bald auf der Bühne stehen. Mehr Infos in Kürze! Cheers

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